Konzept · v1 DEV
Mobile Broadcast Cinema · Marathon & Triathlon

VanguardThe Outrunner System

Das Bild fährt vorweg — leise, emissionsfrei, mitten im Feld.

BetriebSolo · Fahrer + Operator
PlattformE-Delta-Cargo-Trike
Kameras2× Gimbal + Osmo → ATEM
Rollmasse~200 kg inkl. Fahrer
StatusDEV · Proof of Concept
00Die Idee

Kamera-Begleitung, die Teil des Rennens wird.

Ein tief liegendes E-Trike fährt an der Spitze und nimmt das Feld von vorne mit.

In Echtzeit vom Fahrer gestaltet, live an Regie und SNG übertragen — ergänzt um einen Supervisor-Zugriff aus dem Ü-Wagen. So nah dran, dass die Technik zum Teil des Feldes wird statt vom Streckenrand zu winken. Als Broadcast-Dienstleister bringen wir die Cinematografie dahin, wo sie bisher nicht hinkam: mitten hinein, in Bewegung, ohne Lärm und Abgas.

01Kern-Botschaft

Elektromobil. Lautlos. Emissionsfrei.
Minimalinvasiv — und maximal nah am Sportler.

Das ist nicht Deko, das ist das Herz des Konzepts. Aus eigener Wettkampferfahrung: Abgase vor der Nase kosten Konzentration und Leistung. Genau das fällt weg — die Athlet:innen laufen in sauberer, ruhiger Luft, während die Kamera mitfährt.

Lautlos

Kein Motorendröhnen

Näher dran, ohne den Klang des Rennens zu übertönen — und ohne die Läufer zu stören.

Emissionsfrei

Null Abgas im Feld

Saubere Luft für die Athlet:innen. Kein Auspuff im Bild, keine Fahne über der Spitze.

Minimalinvasiv

Tief & schmal

Kompakter Aufbau, tiefer Schwerpunkt — dicht am Läufer, ohne Raum zu nehmen.

Kompatibel

Teil des Rennens

Elektromobilität als Haltung: passt zu modernen, urbanen, nachhaltigen Events.

02Das System · Signalkette

Drei Bilder, ein Programm, live raus.

Zwei Kameras auf gedämpften Gimbals decken verschiedene Brennweiten ab, eine Osmo am Mast liefert den hohen Blick. Alle drei Feeds laufen auf einen kleinen ATEM und gehen gebündelt live an die SNG. Der Supervisor im Ü-Wagen kann übers Netz supervisorisch aufs Gimbal zugreifen.

Cam A · S1 II Weitwinkel Cam B · S1 II Tele Osmo Pocket Mast · hoher Blick ATEM Mixer · 3 Feeds schaltbar ÜBERTRAGUNG LiveU · Bonding + Starlink Mini (Fill) Mast · 2 m SNG Regie · Programm ISO-Feeds Supervisor-Remote (APC-R) · übers Netz aufs Gimbal — supervisorisch
Abb. 1 — Signalkette: 2× S1 II + Osmo → ATEM → LiveU/Starlink → SNG · Rückkanal supervisorisch
03Das Fahrzeug · Outrunner

Delta-Cargo. Ein Rad vorn, zwei hinten.

Tiefe, breite Ladefläche zwischen den Hinterrädern → tiefer Schwerpunkt, seitlich stabil, steht beim Stopp allein. Aufrecht statt liegend — die richtige Wahl für einen Solo-Fahrer-Operator: hohe Sichtlinie, Cockpit direkt vor dir. Basis: Radkutsche-Klasse (Recherche zu Alternativen läuft weiter).

Powerstation MON LiveU Starlink Mini Osmo 1 Rad vorn 2 Räder hinten · Delta tiefe Ladefläche · tiefer CoG 2× RS4 Pro + S1 II Cockpit · Monitor + Control 1 Mann · Fahrer + Operator Antennen-Mast · 2 m Carbon · faltbar
Abb. 2 — Outrunner-Plattform (schematisch): Heck-Lader, tiefer Schwerpunkt, Mast klar aus dem Bild geneigt
Geometrie

Stabil bei Tempo

Ziel: ~70–72° Steuerwinkel, ~65–75 mm Nachlauf, langer Radstand. Lenkungsdämpfer erwägenswert.

Achtung

Der Mast ist das Risiko

2 m Mast = hoher CoG + Windangriff auf langem Hebel. Er deckelt die sichere Kurvengeschwindigkeit stärker als der Rahmen. Masse minimal & tief.

Hebel

Hersteller-Partnerschaft

Das Rad fährt als Kamera-Lead live an der Spitze im Bild — starker Werbe-Hebel für den Hersteller, echter Kosten-Hebel für uns. Win-Win, aktiv angestrebt.

04Das Bild · Gimbal & Fokus

Der Fahrer gestaltet. Die Automatik assistiert.

RS4 Pro als Gimbal — trackt Schärfe deutlich besser als der RS3 Pro (ActiveTrack Pro liest direkt aus der Focus-Pro-LiDAR, mehrere Subjekte, LiDAR + FIZ gleichzeitig).

  • Fokus: Kamera-AF (S1 II Phasen-AF) als Motor-Brain, Tilta-Nucleus-Rad als Dauer-Override — Hand bleibt am Rad, bei Fehlgriff sofort manuell.
  • Tracking = Assist, nicht Autopilot. Im dichten Feld mit Langlinse hält kein System zuverlässig allein — der Mensch rettet. Rig um das Operator-Rad herum gebaut.
  • Z-Achse: ein Gimbal dämpft nicht vertikal → eigene Drahtseil-/Federplatte (Erfahrung vorhanden, günstig). Premium-Dämpfer als Ausbaustufe.
Ehrlich eingeordnet

Der Middle-Things-APC-R ist ein Head-Controller, kein Fokus-Hirn (echtes AF nur an Blackmagic). Deshalb war der frühe Test ernüchternd — er bleibt gut fürs Remote-Schwenken, nicht fürs Fokussieren.

05Die Kamera

Panasonic S1 II — Primär.

Erste Wahl aus Kosten und Gewicht/Ergonomie: ~€2.994 statt ~€5.999 (FX6), kleiner & leichter am Gimbal, fähiger Hybrid mit partially-stacked Sensor. Zwei Bodies an zwei Gimbals decken verschiedene Brennweiten ab, die Osmo würzt den hohen Blick.

Preis-Body
2.994 EUR · ~½ der FX6
Body-Gewicht
800 g · einsatzfertig
Zwei ehrliche Fußnoten

DR-Boost bleibt AUS — sonst fällt die Auslese von ~12,6 ms auf ~27,5 ms und der Rolling Shutter wird sichtbar. Und: externes Vario-ND fürs helle, wechselnde Außenlicht (das bringt die FX6 intern mit).

  • HDMI→SDI ist kein Thema — Wandler sind im Haus, verriegelt in den Chain.
  • Zoom statt Festbrennweite: der Abstand zum Läufer ändert sich ständig, live wird nicht gewechselt.
  • Optional prüfen: LUMIX × DJI-Kooperation — falls engere S1 II ↔ Gimbal-AF-Integration, spricht das zusätzlich für ein All-DJI-Panasonic-Rig.
06Übertragung · Mast

Gebündelt raus. Mit Netz und doppeltem Boden.

  • Mobilfunk primär (LiveU-Bonding), Starlink Mini als gebondeter Fill für Tunnel/Funklöcher — nie als alleinige Strecke.
  • Antennen auf 2-m-Mast (Carbon, teleskopierbar/Schnellverschluss — in Sekunden ablassbar unter Ziel-Gantries), rückwärts geneigt → raus aus dem Heck-Shot.
  • Starlink läuft auf 12–48 V DC (~30 W, kein Wechselrichter) und braucht den Roam-Tarif.
  • Supervisor-Remote via APC-R (VISCA/TCP) = Umrahmen, Presets, Track-Ziel — keine Feinarbeit (Latenz).
  • Setup liegt bei den Übertragungs-Profis der Crew — hier der bestätigte Rahmen.
07Cockpit

Zwei Flächen, nicht eine.

Ein heller Monitor zeigt das Bild — kann aber weder ATEM noch Gimbal steuern. Also getrennt: Bild und Steuerung.

Bild

Tageslicht-Monitor

Hell, SDI, mittig fürs Framing. PoC: Portkeys BM5 III (~2200 nit). Production: SmallHD Ultra 7 (IP53).

Steuern

Control-Fläche

Headless Mac mini in der Packtasche + Stream Deck (Cuts) + Joystick (Gimbal) + APC-R.

Entlastung

Regie schneidet mit

Solo heißt: ISO-Feeds können in der SNG geschnitten werden, der Supervisor rahmt per APC-R — damit einer das stemmen kann.

08Der Mensch

Cinematograph und Sportler.
In einer Person.

3–4 h Renntempo sauber halten, Linie und Speed im Pulk, gleichzeitig kuratieren, nachziehen, resetten, Akku wechseln — unter Sendedruck. Kein Radkurier mit Kamera, kein DoP ohne Kondition. Diese Doppelqualifikation ist der eigentliche Engpass — und zugleich der USP. Genau dafür trägt die Automations- und Remote-Ebene: damit einer es stemmen kann.

09Strombilanz

Zwei getrennte Stromwelten.

Antrieb und Bordelektronik bleiben strikt getrennt — die Powerstation speist nur Kamera/TX, niemals den Fahrantrieb.

A · Bordelektronik — Dauerverbrauch
GerätAnz.Σ Watt
RS4 Pro Gimbal (in Bewegung)224
Panasonic S1 II (Dauerstrom)224
Osmo Pocket 3 + UVC→HDMI18
ATEM Mini (3 Feeds)118
Tageslicht-Monitor113
Control-Rechner (Mac mini)125
Stream Deck + Joystick + Switch115
LiveU Bonding140
Starlink Mini (Ø)130
HDMI↔SDI-Wandler420
Dauer-Ø~217 W

4 h × ~220 W ≈ ~880 Wh, mit Wandlungsverlusten ~1.000 Wh (DC/USB-C-nativ betrieben: ~950 Wh).

C · Antrieb — Fahrrad (Musketier, gemessen)
SzenarioWh/kmEnergie / Shift
Typisch (Feld folgen, moderat pendeln)~15–16~900 Wh
Real (Shuttling + Antritte)~22–28~1.500–1.700 Wh
Worst Case (4 h, kalt, Dauer-Reaccel)~24~1.900 Wh
  • Sprints kosten am meisten — die Beschleunigung bis zum 25-km/h-Cutoff zieht den höchsten Strom; Surge-Muster ≈ das teuerste Fahrprofil, ohne Rekuperation.
  • On-board Dual 1.670 Wh + 2 Ersatzpacks (je 835 Wh). Kein Live-Hot-Swap → Wechsel am Wendepunkt (30–60 s).
  • Werks-Dual läuft gemanagt parallel — nicht selbst Fremd-Akkus zusammenklemmen.
B · Powerstation — Empfehlung

1-kWh-Station, so viel wie möglich über USB-C/DC laufen lassen → reicht real für ~4 h. DJI Power 1000 (1.024 Wh, ~13 kg, 2× USB-C 140 W) oder EcoFlow Delta 2 (1.024 Wh, ~12 kg, auf 2.048 Wh erweiterbar). Harter Shift / volle Reserve → Zusatzakku oder zweite kleine Station.

10Gewichtsaufteilung

~200 kg Rollmasse. Das meiste ist nicht Kamera.

Die drei dicksten Brocken — Rad, Powerstation, Ersatzakkus — machen rund 80 % aus. Die reine Broadcast-Nutzlast ist der kleinste Teil. Wer leichter werden will, setzt genau dort an.

Annahmen: Fahrer 80 kg (mit realem Gewicht ersetzbar) · Rigging/Kabel großzügig kalkuliert. GVW Musketier 300 kg → bei ~200 kg noch ~100 kg Reserve.

Musketier fahrbereit (inkl. Dual-Akku)~73,5 kg
Powerstation 1 kWh~13,0 kg
2 Ersatz-Antriebsakkus~11,0 kg
Wandler / Kabel / Rigging / Safety~6,0 kg
2× S1 II + Zoom~3,4 kg
2× Gimbal RS4 Pro~3,0 kg
LiveU + Starlink Mini~2,6 kg
Antennen-Mast (Carbon 2 m) + Mounts~2,5 kg
ATEM + Monitor + Control + Stream Deck~2,5 kg
Dämpfungsplatte + Mounts~2,0 kg
Osmo + Rod~0,5 kg
~120 kg Rig
ohne Fahrer
~200 kg gesamt
+ Fahrer ~80 kg
11Kosten · zwei Ausbaustufen

Schlank starten. Sauber skalieren.

PoC / Lean
~3–5k €
mit vorhandenem Gear · bis ~11k € komplett neu · ohne Übertragung
  • Trike (DIY-Hecklader / used)0,8–3,5k
  • Gimbal RS4 Pro (reuse)0–1,2k
  • Fokus-Override (Nucleus Nano II)299
  • Kamera (reuse / S1 II)0–3,0k
  • Cockpit (BM5 III + Stream Deck + APC-R)1,1–1,3k
  • Z-Dämpfung (DIY Drahtseil)80–350
  • Powerstation 1 kWh + Strom0,9–1,3k
Broadcast-Grade
~14–35k €
Hardware · ohne Übertragungs-Airtime · Flaggschiff-Teile mietbar
  • Trike (Musketier konf. / Custom)5,4–15k
  • Fokus (Focus Pro Combo / Nucleus-M II)899
  • Kamera (S1 II ×2, opt. FX6)0–6k
  • Cockpit (SmallHD Ultra 7 + Control)3,7–4,3k
  • Z-Dämpfung (engineered)0,4–1,5k
  • Powerstation + 4h-Reserve1–2k
  • Comms (Solidcom + Unity)0,8–2,2k
Größte Sparhebel

Vorhandenes Equipment (Ronins, Kameras/Glas, DJI-TX) · Hersteller-Partnerschaft fürs Rad · DIY-Dämpfung · Flaggschiff-Teile (SmallHD, LiveU) pro Event mieten statt kaufen. Übertragung (LiveU-Airtime + Starlink Roam) läuft als separates OPEX-Budget der Crew.

12Recht · kurz

Auf gesperrter Strecke ist über die Event-Genehmigung vieles möglich.

Individuell mit Veranstalter und Behörde zu klären; die einfachste Variante bleibt: einer, der durchtritt (Pedelec-Status, kein Papierkram). Antriebs- und Genehmigungs-Details werden fallweise geprüft.

13Nächste Schritte

Vom Konzept zum ersten Rollen.

→ 01

Rad final wählen

Musketier-Basis vs. Eigenbau-Delta. Lenkgeometrie & Deck fürs Rig festzurren.

Stand: Radkutsche-Klasse
→ 02

Partnerschaft anbahnen

Rad-Hersteller als Sponsor/Gestellung — Werbe-Hebel an der Rennspitze.

Ziel: PoC + Zukunft
→ 03

PoC-Rig aufbauen

Vorhandenes Gear + 1-kWh-Station + Dual-Akku. Ein System testen, günstig halten.

Budget: ~3–5k €
→ 04

Testfahrt vermessen

Realen Wh/km auf echtem Kurs messen (Shuttling!), Dämpfung & Fokus im Feld erproben.

Output: Ground Truth